Technik, Testbericht

Zemove Stativkopf – Review

Als leidenschaftlicher Fotograf und Youtuber bin ich immer auf der Suche nach Tools, die mir A: Meine Arbeit erleichtern und B. Neue Blickwinkel ermöglichen. So ist sicherlich jeder, der sich in dem gleichen Bereich bewegt schon einmal mit der Firma Edelkrone  in Berührung gekommen – Und sei es nur ein Werbebeitrag bei Youtube. Man fängt an, zu Googeln und sich über die Produkte zu informieren und früher oder später bekommt man auf Facebook oder anderen Seiten neue Werbung von alternativen Herstellern vorgeschlagen. So auch in meinem Fall.

Zur INFO: Dieser Test von mir ist von 2017 und wurde damals bei NerdStar.de veröffentlicht. Da die Webseite eingestellt wurde, ich aber finde der Test sollte online bleiben, habe ich ihn hier noch mal eingestellt.

Ich wurde damals auf den Hersteller Zemove aufmerksam, die ein einziges Produkt anbieten: Den Zemove Stativkopf. Schaut man sich den Kopf an, erinnert man sich, dass man den so in der Art schon mal woanders gesehen hat. Seine markante Z-Form bleibt im Kopf.

Freundlicherweise hat uns Zemove ihren Stativkopf zur Verfügung gestellt, damit ich mir das Teil mal genauer anschauen und auf Herz und Nieren testen kann.  1 Woche habe ich mal verschiedene Dinge damit ausprobiert und gebe Euch heute ein detailliertes Feedback. Außerdem vergleichen wir den Zemove mit 2 anderen, gängigen Stativköpfen und schauen, ob er einen nennenswerten Vorteil bietet.

Der ZEMOVE ausgefahren

Erster Eindruck

Die Verpackung ist sehr einfach – Ein reinweißer Pappkarton aus dünner Pappe, nichts besonderes. Auch innen sieht es nicht anders aus. In einfacher Knisterfolie eingepackt, ohne weitere Informationen zum Kopf. Dabei liegt ein Imbus-Schlüssel (Allen Key). Wie schon in meinem Unboxing erwähnt, ist der Zemove kompakt, schwer und fühlt sich hochwertig an. Ich hätte ihn sogar leichter erwartet wenn ich ehrlich bin.

Lieferumfang

Auf der Oberseite findet ihr eine ¼“ Schraube, auf der Ihr Eure Kamera anbringen könnt, sowie eine kleine Wasserwaage. Die Auflage ist gummiert, damit ein fester Halt gewährleistet wird. Unten befinden sich neben einem ¼“ Gewinde auch ein 3/8“ Gewinde und eine Gummimatte, die einem indiziert, dass der Zemove auch ohne Stativ eine Funktion hat.

Die Unterseite
Die Oberseite

Handhabung

Der Zemove bietet Euch zwei Anwendungsmöglichkeiten. Zum einen lässt er sich auf einem Tripod, auf einem Slider o.ä. montieren, zum anderen lässt er sich, wie oben schon erwähnt auch einfach ohne Stativ auf glatte Oberflächen stellen ( eine weitere unkonventionelle Möglichkeit, werde ich in Kürze auf meinem Youtubekanal vorstellen). Um die Kamera zu montieren wird die erste Schiene angehoben und mit eine Drehscheibe kann man nun die Schraube ins Gewinde eurer Kamera einschrauben. Die Position der Kamera kann man hier frei wählen.

Schwere Kameras mit großen, schweren Objektiven lassen den Zemove ohne Stativ natürlich viel schneller umkippen, als beispielsweise eine GoPro, Beastvision oder Legria Mini X.

Zu schwer für einen stabilen Stand
Mit einer Action-Cam kein Problem

Sonst sind aber viele Positionen auch ohne Stativ einzustellen, auch wenn man beim einen oder anderen bissl austarieren muss. Aber dafür kann man die Kamera auf der ersten Schiene ja auch etwas hin- und her schieben.

Um die Widerstände der Schenkel einzustellen, könnt ihr mit dem dabei liegenden Allen Key, die Schrauben fester ziehen. So bleiben auch schwerere Kamerasysteme auf dem Stativkopf, ohne sich abzusenken. Um die horizontale Drehung zu beeinflussen verstellt ihr die Schrauben der Drehplatte auf der Rückseite.  

Imbus, um die Schrauben anzuziehen

Fazit

Mein Fazit zum Zemove ist durchaus Positiv – Gerade für den Bereich Video und Vlogs bieten sich mir hier loslgelöst vom Stativ ungeahnte Möglichkeiten.

Für den Bereich Fotografie erkenne ich nicht wirklich viele Vorteile. Ideal ist der Zemove sicherlich für die Verwendung auf einem Slider, denn gerade mit Weitwinkel-Objektiv hat man hier nicht das Problem, dass man den Slider zu schnell sieht ( siehe Produktvideo). Preislich gesehen ist der Zemove zum wesentlich teureren Edelkrone natürlich attraktiver (Abgesehen davon bietet die neue Generation Edelkrone einen Schenkel mehr), jedoch finde ich den Grundpreis von knapp 100 € immer noch zu hoch, selbst das 50% Einführungsangebot. Grund:  Für den Preis würde ich eine attraktivere Verpackung, sowie eine inliegende Information zum Produkt, dessen Anwendungen, Garantie etc. erwarten. Des weiteren fehlt mir das Branding. Da der Zemove ohne jeglichen Markenbezug geliefert wird, könnte man vermuten, dass hier ein „Whitelabel“ – Produkt billig eingekauft wird und mit ein wenig tamm tamm teuer angepriesen wird. Gerade wenn man sich im Netz mal ein wenig umsieht, ist der Zemove nicht der einzige Stativkopf seiner Art und wesentlich günstiger zu bekommen. Also auf die Frage – Muss man den Stativkopf in Z-Form haben, ein ganz klares: Für Fotografie NEIN – Die bisherigen Stativköpfe auf dem Markt reichen für die meisten fotografischen Anwendungen. Für Filmer und vor allem V-Logger ist der Stativkopf in seiner Form aber eine Bereicherung und bietet Euch wirklich tolle Möglichkeiten und neue Blickwinkel. Ich möchte ihn auf jeden Fall nicht mehr her geben.

Hier gibt es noch ein kleines Video zum ZEMOVE

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